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Gewürze – Kraftwerke für das Verdauungssystem

Dr. Wolfgang Schachinger

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Ein wesentliches Charakteristikum der „ayurvedischen Ernährung“ ist die großzügige Verwendung von Gewürzen. Dabei sind nicht (nur) Salz und Pfeffer gemeint, sondern die gesamte Vielfalt heimischer Kräuter und exotischer Aromen. Sie werden nicht nur als Geschmacksverstärker eingesetzt, sondern als individuell anpassungsfähige Mittel, das Verdauungsfeuer Agni zu verstärken und in Balance zu bringen. Das ist gerade jetzt im Frühjahr wichtig. Nach der kalten Jahreszeit ist das Verdauungsfeuer noch schwach. Dem Jahreszyklus nach ist das Frühjahr die Zeit von Wachstum und Vervielfältigung. Dafür brauchen wir ein besonders starkes Verdauungsfeuer. Deswegen ist die Anwendung kräftiger Aromen und wärmender Gewürze in dieser Jahreszeit wichtig.

In der modernen Küche, bei Snacks und in der gängigen Gastronomie ist die Verwendung von chemischen Geschmacksverstärkern wie Glutamat sehr verbreitet. Die Beimengung von Glutamat bewirkt, dass die Sättigung nicht wahrgenommen wird. Das kann leicht zu suchtartigem Essverhalten führen.

Dabei ist es einfach, mit heimischen Kräutern und exotischen Gewürzen herrliche Geschmacksnuancen zu kreieren, die die Erfahrung von Zufriedenheit durch das Essen herbeiführen.

Unterschiedliche Bedürfnisse

Je nach Belastungssituation können verschiedene Mängel im Verdauungssystem auftreten.

Vata

ayurvedische-gewuerze_3Bei Stress, Anspannung, unregelmäßigen Mahlzeiten, mangelnder Nahrungszufuhr und großem Hunger dominiert Vata. Das führt zu Störungen im Verdauungssystem, die vor allem als Luftansammlungen und Verkrampfungen wahrgenommen werden. Die Luft kann sich als Blähungen, Aufstoßen, aufgetriebener Bauch oder starkes Glucksen im Bauch zeigen. Die Verkrampfungen können unterschiedlich intensiv sein und von leichtem „Bauchzwicken“ bis zu Koliken reichen. Bei diesen Beschwerden sind vor allem Gewürze wichtig, die krampflösend und blähungshemmend sind. Dazu gehören Fenchel, Kümmel, Anis, Koriander, Kreuzkümmel und Schwarzkümmel. Auch wärmende Gewürze wie Ingwer und Schwarzpfeffer verbessern die Zusammensetzung der Verdauungssäfte und können krampflösend wirken.

Pitta

Bei übermäßigem Ehrgeiz (beruflich wie sportlich), häufigem Konsum von Genussmitteln wie Alkohol, Kaffee, Schwarztee, sehr scharfen Gewürzen und kohlensäurehaltigen Getränken, bei Einfluss von heftigen Emotionen und heißem Klima dominiert Pitta. Dann werden die Verdauungssäfte zu scharf und zu sauer. Das führt dazu, dass die Schleimhäute des Verdauungstrakts überreizt werden und zu Entzündung neigen. Folge davon sind Gastritis und Reizdarm, Nahrungsmittelunverträglichkeiten und alle Beschwerden, die von Ärzten neuerdings als „Leaky gut“ (löchriger Darm) bezeichnet werden.

Laut Ayurveda bringen vor allem bittere und herbe Heilkräuter und Gewürze Kühlung und Linderung für die gereizten Schleimhäute. Heimische Küchenkräuter wie Salbei, Rosmarin, Thymian und Majoran kühlen ebenso wie die exotischen Gewürze Kardamom, Koriander und Kurkuma.  

shutterstock_360309815_webKapha

Zu häufige und zu üppige Mahlzeiten, Süßigkeiten im Übermaß, Bewegungsmangel durch sitzende Lebensweise führen ebenso zu einer Abschwächung des Verdauungsfeuers wie die Kapha-Zeiten des Tages und Jahres (das ist der Abend nach Sonnenuntergang und das Frühjahr). Die Vitalstoffe können dann nicht richtig verarbeitet werden. Subjektiv spürt man Schweregefühl, Dumpfheit und Müdigkeit nach dem Essen. Wenn dieser Zustand länger besteht, kommt es zu Übergewicht und Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes und erhöhten Blutfetten. In dieser Situation ist neben der Reduktion der Nahrungszufuhr die Anwendung scharfer und wärmender Gewürze das beste Rezept. Dazu gehören Ingwer, schwarzer Pfeffer, Zimt, Gewürznelke und Chilis als exotische Gewürze, alle Lauchgewächse wie Zwiebel, Schnittlauch, Bärlauch und Knoblauch als heimische Heilpflanzen. Die Lauchgewächse sollten vor allem bei zusätzlichem Vata-Einfluss unbedingt in Ghee angeröstet verwendet werden.

Menge der Gewürze

Alle diese Gewürze sind allgemein bekannt bei uns. Ein wesentlicher Unterschied zur heimischen Küche ist die im Ayurveda üblicherweise verwendete  Menge der Gewürze. Viele Menschen haben eine reichliche Verwendung von Gewürzen als „schädlich“ abgespeichert. Das mag dann richtig sein, wenn stark erhitzende Gewürze bei Pitta-Beschwerden oder kühlende Gewürze bei Kapha-Beschwerden eingesetzt werden. Eine derartige falsche Anwendung führt logischerweise zu ungünstigen Wirkungen.

Die richtigen Gewürze für entsprechend vorherrschende Doshas im Verdauungssystem sind jedoch immer ein großer Segen! Sie führen dazu, dass das Verdauungsfeuer in die richtige Richtung aktiviert wird. Wenn Sie über das vorherrschende Dosha in Ihrem Verdauungssystem unsicher sind, machen Sie jetzt unseren Dosha-Test.

Gewürzmischungen Spices_e1-3jzZwM4MEiopS7

Um die Wirkung der beschriebenen Gewürze kennen zu lernen, ist die Anwendung von Fertigmischungen empfehlenswert. Das mild-wärmende und blähungshemmende Vata-Churna gleicht ein unregelmäßiges, zu Luftbildung und Krämpfen neigendes Verdauungssystem aus. Das kühlende, mild-aromatische Pitta-Churna schont die Schleimhäute des Verdauungstrakts und gibt gleichzeitig einen dezenten exotischen Geschmack. Das stark wärmende und aktivierende Kapha-Churna beseitigt Schweregefühl und Stagnation im Magen-Darmtrakt.

Zusammenfassung

Die reichliche und großzügige Verwendung von Gewürzen ist ein wichtiges Charakteristikum der ayurvedischen Ernährung. Diese unterscheidet sich drastisch von der bei uns üblichen Vorstellung von „indischer Küche“ mit übermäßiger Verwendung von scharfen und stark erhitzenden Gewürzen und Chilisoßen.

Wichtig ist die Dosha-gerechte Anwendung der Gewürze sowohl bei Süßspeisen als auch bei pikanten Gerichten. Dosha-gerecht bezieht sich vor allem auf den Essenden, aber auch auf die Tages- und Jahreszeiten.

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