Tipps

Tipps für die Kaphazeit – Teil 2

Frühjahrsmüdigkeit, Virusinfekte, Heuschnupfen und Allergien…

Das sind die gesundheitlichen Herausforderungen des Frühlings. Die Bedrohung durch das Corona-Virus macht uns klarer als je zuvor, wie wichtig es ist, persönlich etwas für gute Gesundheit zu unternehmen.

Den meisten Menschen wird jetzt bewusst, dass man gute Gesundheit mit der richtigen Ernährung fördern kann. Es gibt aber nicht „die gesunde Ernährung“, die jahraus jahrein für alle Menschen gleich ist. Die Ernährung sollte unterschiedlich sein, je nachdem, ob Vata (Stress), Pitta (Ehrgeiz) oder Kapha (Genießen) den Reaktionstyp bestimmt.

Aber auch die Jahreszeiten haben einen großen Einfluss auf die Ernährung. In der Kapha-Jahreszeit Frühling sollte sie besonders leicht sein. Viele Menschen fragen uns: „WAS soll ich denn essen?“

Das erdige Kapha-Dosha hat die Qualitäten kalt, schwer und ölig. Wenn wir im Frühjahr kalte, schwere und ölige Nahrung zu uns nehmen, vermehren wir Kapha so stark, dass die typischen Kapha-Krankheiten wie Allergien, Stoffwechselstörungen und Müdigkeit leicht entstehen oder verstärkt werden können.

Samana Vishesh Sidhant

„Das Gleichsinnige vermehrt, das Gegensätzliche reduziert ein Dosha.“ Mit dieser einleuchtenden Logik erklären die klassischen Texte, dass ein Überschuss an Eigenschaften durch gegensätzliche Qualitäten ausgeglichen werden kann. Wenn in der Natur nach dem Winter noch Kälte vorherrscht, brauchen wir warme und wärmende Speisen und Getränke. Wenn Schnee und Feuchtigkeit die Natur gelähmt haben, brauchen wir Leichtes und Ätherisches, um die Schwere und Unbeweglichkeit des Winters zu überwinden. Die durch die Kälte reduzierte Verdauungskraft Agni ist jetzt nicht in der Lage, Schweres und Öliges zu verdauen.

Ideale Geschmacksrichtungen und Qualitäten der Nahrung für das Frühjahr

Deswegen soll die Nahrung im Frühjahr besonders leicht, warm und fettarm sein. An Geschmacksrichtungen sollen scharf, bitter und herb bei jeder Mahlzeit in den Vordergrund rücken.

Hier einige Beispiele für die Gegensatzpaare leicht und schwer, wärmend und kühlend, süß/sauer/salzig und scharf/bitter, herb:

 

Bevorzugen Sie in der Kapha Zeit

Reduzieren Sie in der Kapha-Zeit

 

Leicht, wärmend, scharf, bitter, herb

Schwer, kühlend, süß, sauer, salzig

Getreide

Gerste, Roggen, Hirse, Buchweizen, Amaranth, Quinoa

Weizen, Dinkel, (brauner) Reis, Hafer

Milchprodukte

Lassi (stark verdünntes Joghurt), wenig Milch, Butter und Ghee

Joghurt, alle Käsesorten, Milch, Butter und Ghee in größeren Mengen

Süßungsmittel

Honig, Ahornsirup

Alle Zuckersorten, Melasse

Öle und Fette

Kokosfett, Ghee, Leinöl in geringen Mengen

Butter, alle Öle und Streichfette

Früchte

Äpfel, Birnen, Granatäpfel, Preiselbeeren, Erdbeeren, Himbeeren

Bananen, Avocados, Melonen, Zitrusfrüchte, Ananas

Gemüse

Spargel, Radieschen, Kohlrabi, grüner Salat, Endivien, Kohl- und Sprossenkohl, Chicorée, Paprika, Spinat, Mangold, alle Lauchgewächse, Sprossen aus allen Samen

Alle Wurzelgemüse wie Kartoffeln, Sellerie, rote Rüben, Süßkartoffeln, gekochte Tomaten

Hülsenfrüchte

Rote Linsen, Mungbohnen, Kichererbsen, alle Sprossen aus Hülsenfrüchten

 

Kräuter und Gewürze

Alle frischen Wildkräuter (Bärlauch, Giersch, Brunnenkresse, Brennnessel), Petersilie, Schnittlauch, Salbei, Rosmarin, Oregano, Thymian schwarzer Pfeffer, Cayenne Pfeffer, Gewürznelke, Ingwer und Kurkuma

Salz

Nüsse

Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne

Alle anderen Nüsse

Fleisch

Kleine Mengen von Huhn, Ente, Truthahn, Lamm

Alle roten Fleischsorten Rind, Schwein…

Fisch

Forelle

Fette Fischsorten

cook-1309835_1280Zubereitung

Während der Kapha-Zeit sollte das Essen vorwiegend gekocht, salzarm, dafür aber pfiffig gewürzt sein. Scharfe Gewürze sollten ebenso wie bittere und herbe Küchenkräuter (Salbei, Majoran, frische Wildkräuter) reichlich verwendet werden. Die Speisen sollten auch mit deutlich weniger Fett (Ghee, Butter, Öle) zubereitet werden als in der Pitta- und Vata-Jahreszeit. Als Rohkost sollten vor allem frische grüne Küchenkräuter und Wildkräuter zusammen mit grünen Salaten (Blattsalat, Feld- oder Vogelsalat, Rucola) und Radieschen oder Kohlrabi (Kohlrübe) zubereitet werden. Diese sind auch hervorragende Zutaten für Smoothies, die in der Kapha-Zeit noch mit scharfen Gewürzen wie Ingwer oder Zimt eine wärmende Note bekommen sollen.

Je mehr man zu Beschwerden, die während der Kapha-Zeit typisch sind, neigt, umso wichtiger ist es, Milchprodukte sehr stark zu reduzieren oder wegzulassen. Dies gilt vor allem für Allergien wie Heuschnupfen, und für Infekte.

Bio und regional

Wer auf gute Gesundheit achtet, tut gut daran, so viele Lebensmittel wie möglich aus biologischer Landwirtschaft zu verwenden. Diese sind erwiesenermaßen weniger mit Schadstoffen belastet und haben zum Teil auch noch einen etwas günstigeren Gehalt an Mineralien und pflanzlichen Wirkstoffen. Wenn Sie Wildkräuter verwenden, achten Sie darauf, diese nicht in Parks und andern typischen Hunde-Gassi-Plätzen zu sammeln.

Seien Sie auch vorsichtig bei Kräutern, die verwechselt werden können (Bärlauch und Maiglöckchen). Verwenden Sie dabei auch Ihren Geruchssinn, um Verwechslungen zu vermeiden.

Zusammenfassung

In der Kapha-Jahreszeit Frühjahr kommen einige Beschwerden gehäuft vor: Allergien, Infekte, Müdigkeit, Stoffwechselstörungen. Durch Ernährung und Verhaltensweisen, die Kapha reduzieren, können diese Beschwerden deutlich reduziert werden. Je mehr typische Kapha-Beschwerden auftreten, umso wichtiger ist es, die Nahrungsmittel so zu wählen, dass Kapha reduziert wird. Nehmen Sie dazu unsere oben stehende Tabelle zu Rate.

 

Hier finden Sie Artikel Teil 1

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.