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Begriffserklärung zu Kokosöl

Die Kokospalme ist eine bis zu 25 Meter hohe Palme, die über 100 Jahre alt werden kann. Jährlich liefert eine Kokospalme zirka 40 Früchte. Die Kokosnuss ist eigentlich keine Nuss sondern eine Steinfrucht. Unreife grüne Kokosnüsse haben in ihrem inneren zirka einen Liter Kokoswasser. Diese fast klare Flüssigkeit wird speziell in den Tropen als Trinkwasserersatz geschätzt. Ist die Frucht reif, schwindet das gesamte Wasser, das Fruchtfleisch enthält jedoch weiterhin bis zu 50% Wasser. Um das Fruchtfleisch weiterverarbeiten zu können, wird es getrocknet.

Gleich vorweg: Kokosöl und Kokosfett ist dasselbe, bitte erlauben Sie uns, dass wir in diesem Artikel beide Begriffe gleichwertig verwenden.

Bei Raumtemperatur hat Kokosöl einen festen Aggregatzustand und eine weißliche Farbe – in dieser Form wird es als Kokosfett bezeichnet. Erwärmt ist es flüssig und wird so zum Kokosöl.

Wir bieten in unserem Shop zwei Produkte an: Kokosöl in der Flasche und Kokosfett im Glas. Im Glas aus dem Grund, da es so (auch im Winter) leichter zum Kochen verwendet werden kann. Das Kokosöl in der Flasche ist für die Massage gedacht. In der Flasche lässt sich das Öl leichter für Massagen erwärmen und man ist nicht versucht, mit den Fingern in das Glas zu greifen und das Öl dadurch zu verunreinigen.

Aufbewahrung

Sie sollten Ihr Kokosöl/-fett nicht im Kühlschrank aufbewahren, da es dort zu Bildung von Kondenswasser kommt und dadurch Schimmelpilze entstehen können.

Zurück zum allgemeinen Teil: Das Fruchtfleisch – auch Kopra genannt - enthält Wasser, Fett, Eiweiß, Kalium, Kalzium, Natrium und Ballaststoffe, Magnesium, Zink, Eisen, Selen, Kupfer, Phosphor, sowie die Vitamine A, B1, B2, B6, C und E. Es ist cholesterinfrei und hat einen Fettanteil von ca. 70%. Es ist reich an gesättigten Fettsäuren – es enthält ca. 8% ein- oder mehrfach ungesättigte Fettsäuren und ca. 92% gesättigte Fettsäuren.

Kokosfett ist aber auch reich an Laurin-, Mystrin- und Caprylsäure und allgemein gut bekömmlich. Vor allem Laurinsäure wirkt sich positiv auf das körperliche Befinden des Menschen aus, senkt das Herzinfarktrisiko und stärkt die Abwehrkraft des Körpers.

Laurinsäuregehalt von Kokosöl

Laurinsäure ist eine im Kokosöl vorkommende mittelkettige Fettsäure, welche gebunden als Glycerinester vorliegt. Der Laurinsäuregehalt ist ein Merkmal für Qualität, Reinheit und Frische, und ist hauptverantwortlich für die anti-mikrobiellen Eigenschaften vom Kokosöl. Laurinsäure wirkt antiviral und antibakteriell, es ist entzündungshemmend und sehr bekömmlich. Premium Kokosöle können einen Laurinsäuregehalt von bis zu 60% aufweisen, herkömmliche Butter enthält z.B. nur 5%.

Abstoßende Wirkung auf Zecken

Ein weiterer Nebeneffekt der Laurinsäure ist, dass Zecken diese nicht mögen. Durch das Auftragen von hochwertigem Kokosöl auf die Haut erfährt man einen natürlichen Schutz gegen Zeckenstiche. Forscher an der Hochschule Berlin entdeckten diese abschreckende Wirkung von Laurinsäure auf Zecken. Zecken benutzen circa 100 Chemorezeptoren an ihren Beinen zum Erriechen von Duftmolekülen, so dass sie wissen: Hier ist ein leckerer Wirt zum Anstechen gefunden. Ammoniak, Kohlendioxid und Milchsäure finden Zecken besonders appetitlich, ebenso Buttersäure, welche Bestandteil unseres Schweißes ist. Hat ein Mensch viele Schlackenstoffe (Ama) und ist er übersäuert – zum Beispiel durch ungesunde Ernährung – verströmt er diese Gerüche besonders intensiv.

Die Wirkung von Laurinsäure auf Zecken wurde im Rahmen mehrerer Studien erforscht. [Link zur Studie] In den Versuchsreihen wurde beobachtet, dass 90% der Zecken, die auf die Haut eines mit Laurinsäure behandelten Unterarms gesetzt wurden, sich einfach fallen ließen. Man glaubt, Laurinsäure beschädige die Greifzangen der Zecken. Die anderen 10 % stachen trotzdem zu, überlebten jedoch den Kontakt mit Laurinsäure nicht. Tipps, wie man sich mit ätherischen Ölen oder Kokosfett gegen Zecken schützen kann, bekommen Sie hier: [Link]

Unterschied zwischen verschiedenen Arten von Kokosöl/-fett

Um qualitativ gutes Kokosöl zu erhalten, ist die Herstellung von großer Bedeutung. Jedoch gibt es im Zusammenhang mit Kokosöl/-fett viele verwirrende Begriffe. Welche sagen nun aus, dass es sich um ein Kokosöl von hoher Qualität handelt? Wir versuchen, ein wenig Licht in den Begriffsdschungel zu bringen.

Raw/Rohkostqualität

Bei Rohkost-Lebensmitteln, auch Raw-Food bezeichnet, darf beim Herstellungsprozess die Temperatur von  40° Celsius nicht überschritten werden. Wird das Produkt bei der Verarbeitung höher erhitzt, kann es passieren, dass es geschädigt wird oder die natürlichen Nährstoffe zerstört werden. Chemische Substanzen dürfen bei Rohkostprodukten nicht verwendet werden. Bei Rohkostqualität kann man sicher sein, dass die Rohstoffe zu keiner Zeit höheren Temperaturen ausgesetzt wurden, weder vor noch beim Pressen. Daher sind auch nur bei Raw Kokosöl alle von der Natur gegebenen Inhaltsstoffe enthalten.

Kaltgepresstes Kokosöl

Bei kaltgepressten Ölen wird während des Pressens äußerst sorgsam vorgegangen, damit die Press-Temperatur möglichst niedrig bleibt. Meist sagt „kaltgepresst“ aus, dass bei der Produktion keine Temperaturen über 40 Grad Celsius zum Einsatz kommen. Dies verringert zwar die Kokosöl-Ausbeute, das gewonnene Öl weist jedoch eine höhere Wertigkeit auf. Manche Kokosöl-Hersteller erhitzen das Kokosnuss-Fruchtfleisch bereits vor dem Pressvorgang. Auf diese Weise ist die Ölausbeute höher und das Produkt darf trotzdem als kaltgepresstes Öl angeboten werden, sofern beim Pressen selbst keine zusätzliche Wärme zugeführt wird. Eine gewaltige Lücke im Lebensmittelrecht, denn durch die hohe Hitze gehen viele wichtige Wirkstoffe und Enzyme im Öl verloren. Temperaturempfindliche Vitamine und ungesättigte Fettsäuren leiden unter der Prozedur. Unsere Lieferanten, die Ölmühle Raab/Seyfrieds Naturwaren, welche unser Kokosöl pressen, stellen sicher, dass bei unserem Kokosöl die Temperatur von 40°C nicht überschritten wird, weder vor noch beim Pressvorgang.

1. Pressung

Die beste Qualität erhält man, wenn das Kokosöl aus der 1. Kalt-Pressung stammt. Manche Ölmühlen verwenden den Presskuchen mehrmals, um eine größere Öl-Ausbeute zu erzielen. Diese Öle dürfen dann zB. den Begriff „Kaltgepresst“ tragen, jedoch sind sie eben nicht aus der ersten Pressung und enthalten daher weniger wertvolle Inhaltsstoffe.

VCO

Laut der Asiatisch-Pazifischen Kokosnuss Vereinigung muss Virgin Coconut Oil – auf Deutsch „jungfräuliches Kokosöl“ -  aus frischen und reifen Kokosnüssen (ab der Bestäubung mindestens 12 Monate alt) gewonnen werden. Diese Gewinnung darf nur durch mechanische oder natürliche Mittel – mit oder ohne Wärmezufuhr – die mit keiner Veränderung des Öls einhergeht, erfolgen. Virgin Coconut Oil darf keiner chemischen Reinigung oder Desodorierung unterzogen werden und darf nicht gebleicht werden. Warmes Virgin Coconut Oil ist farblos, frei von Ablagerungen und verströmt einen natürlich frischen Kokosduft. Die genauen Bestimmungen zu VCO finden Sie hier: [Link]

Natives Kokosöl

Das Wort „nativ“ kommt aus dem Lateinischen „nativus“ und bedeutet „im Naturzustand befindlich“. Bei nativen Kokosöl kommen bei der Herstellung keine zusätzlichen Stoffe zum Einsatz – entweder wird es direkt mechanisch kalt gepresst oder durch andere schonende Verfahren gewonnen und nach dem Pressvorgang nicht mehr verändert. Natives Kokosöl wird jedoch nicht immer kaltgepresst, es wird lediglich keine zusätzliche Wärme zugeführt, um die Öl-Ausbeute zu erhöhen.

Raffiniert, gehärtet, desodoriert
Unter raffiniertem oder gehärtetem Kokosfett versteht man ein Produkt, das industriell gefertigt wird. Dieses wird in der Regel mit Wärme behandelt, gebleicht und gefiltert. Durch diese Verarbeitung gehen die Geschmacks- und Farbstoffe sowie Vitamine, Nährstoffe und Mineralien verloren. Zur Gänze erhalten bleiben hingegen die gesättigten Fettsäuren. Wird das Endprodukt dann auch noch, was üblich ist, gehärtet, entstehen aus den gesättigten Fettsäuren die ungesunden Transfettsäuren. Man spricht bei diesen Produkten meist von „desodoriert“ oder „geruchsneutral“.

Desodoriert

Um einem Kokosöl den Geruch zu entziehen, wird es vorher zum Beispiel mit Wasserdampf oder starkem Druck behandelt, um „Begleitstoffe“ herauszufiltern und unerwünscht starke Gerüche zu beseitigen. Dadurch leidet die Qualität des Öles und viele wertvolle Wirkstoffe gehen verloren.

Bleichen

Manche Kokosöle werden gebleicht. Dabei werden mit chemischen Bleichmitteln unerwünschte Verfärbungen entfernt. Beim Bleichen werden neben den Verfärbungen auch andere Inhaltsstoffe verändert und es können außerdem Spuren von den verwendeten Bleichmitteln im Öl zurückbleiben.

Kokosöl in der Kosmetik

Kokosöl wird in vielen Kosmetika verwendet. Durch seine Zusammensetzung versorgt es die Haut mit Feuchtigkeit und Vitaminen. Speziell die Laurinsäure sorgt für einen „Anti-Falten Effekt“. Ebenso wird Kokosöl nachgesagt, dass es bei Pigmentstörungen, Altersflecken und Augenringen helfen soll. Haare lieben Kokosöl, eine Haarkur über mehrere Stunden oder sogar über Nacht macht Haare geschmeidig, spendet Feuchtigkeit und kräftigt das Haar. Kokosöl hilft ebenso die Wurzeln der Haare zu stärken. Speziell nach dem Urlaub, wo viel Sonne, Meerwasser oder Chlor das Haar strapaziert haben, ist eine Kokosölpackung ein Muss.

Massieren Sie auch öfters Ihre Haut mit Kokosöl, durch die enthaltenen antimikrobiellen Inhaltsstoffe können Rötungen, Juckreiz und Spannungen nachlasse (Link zur Ölmassage). Speziell die kühlende Wirkung von Kokosöl ist im Sommer hocherfrischend. Kokosöl hat einen Lichtschutzfaktor von zirka 8, das bedeutet, die Eigenschutzzeit der Haut wird um das Achtfache verlängert. Dies ist für Kleinkinder im Sommer in unseren Breiten nicht ausreichend, jedoch kann Kokosöl bei geringer Sonnenbelastung durchaus als Sonnenschutzmittel verwendet werden.

Mit Kokosfett kochen

Kokosöl hat einen relativ hohen Rauchpunkt. Das heißt, es lässt sich gut hoch erhitzen. Auch beim Braten mit hoher Hitze, entstehen im Gegensatz zu anderen Ölen und Fetten bei der Verwendung von Kokosöl keine ungesunde Transfette. Kokosöl besteht mehrheitlich aus mittelkettigen Fettsäuren, sogenannten "MCT". Diese haben im Vergleich zu anderen Fettsäuren etwas weniger Kalorien und sind zudem leicht verdaulich. Auch das Gehirn verwendet zur Energiegewinnung bevorzugt mittelkettige Fettsäuren. Qualitativ hochwertiges Kokosöl eignet sich hervorragend für asiatische Gerichte, gibt Speisen einen angenehm exotischen Geschmack und ist gut bekömmlich.

Rauchpunkt von Kokosöl

„Der Rauchpunkt eines Fetts wird vom Gehalt der freien Fettsäuren bestimmt. Das ist die Temperatur, bei der das Fett sichtbar Rauch durch das Verflüchtigen von Wasser, Enzymen, freien Fettsäuren und anderen natürlichen Bestandteilen entwickelt. Der Rauchpunkt steht nicht zwingend im Zusammenhang mit der Bildung von toxischen Substanzen, allerdings sollte man dennoch versuchen, beim Braten unterhalb des Rauchpunkts zu bleiben, um sowohl Geschmack wie auch Qualität des Öls zu erhalten. Beim Kokosöl schwankt der Rauchpunkt je nach Herstellungsprozess und Rohstoff zwischen 170° C und 230° C“.

Schonender Anbau

Im Allgemeinen sind Lebensmittel, die in biologischem Anbau hergestellt werden, in vielen Aspekten wertvoller als in konventionellem Landbau hergestellte Lebensmittel. Vorteile ergeben sich für die Umwelt, für die Menschen in den Anbaugebieten und für die Qualität der Lebensmittel. Bei herkömmlichen Kokosnuss-Plantagen werden Kunstdünger zum schnelleren Wachstum der Kokospalmen eingesetzt, während die Bauern aus biologischem Anbau auf kaliumreiche Kokosfasern und natürlichen Dünger setzen. Die Erzeugung von biologischen Kokosnüssen erfolgt nicht in Monokulturen, die bei konventionellem Landbau für eine besonders große Ausbeute betrieben werden, sondern sie wachsen in Mischkulturen, zum Beispiel mit Ananas oder Bananen. Werden die Produkte aus der biologischen Produktion dann auch noch aus fairem Handel angeboten, schützt dies die soziale Situation der Bauern, garantiert ihnen soziale Arbeitsbedingungen und einen höheren Preis bei der Abnahme ihrer Kokosnüsse. Durch fairen Handel können Projekte in den Anbauländern unterstützt werden, die unter anderem auch für eine Verbesserung der Bodenqualität sorgen. Dies kommt wieder dem ökologischen Gleichgewicht der Erde zu Gute.

Zusammenfassend kann man sagen, das hochwertigste Kokosöl/-fett ist ein natives, VCO Kokosöl, welches aus der 1. Kaltpressung in Rohkostqualität erhältlich ist. Dieses enthält alle natürlichen Inhaltsstoffe. Wir haben uns nach ausführlicher  Recherche entschieden, das biologische duftneutrale Kokosöl aus dem Sortiment zu nehmen und nur mehr VCO Kokosöl zu führen, auch wenn der Preis dafür etwas höher ist. Obwohl auch duftneutrales Kokosöl aus biologischem Anbau ist, möchten wir unseren Kunden nur Kokosöl in bester Qualität anbieten.

Kokosöl/-fett ist ein Allround-Produkt. Sowohl in der Ernährung, als auch als Körperpflegeprodukt ist es unschlagbar. Nicht umsonst besagt ein altes indisches Sprichwort, dass sich die Kokospalme auf 999 verschiedene Arten nutzen lässt.

 

 Verwendete Quellen:

http://stilfimmel.ru/gesundheit-und-wellness/zutaten-und-verwendungen/2735-top-15-erstaunliche-vorteile-von-virgin-coconut.html

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