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Männergesundheit Teil 1

Dr. Wolfgang Schachinger

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Wir möchten in diesem Blog-Artikel das Thema „Männergesundheit“ ansprechen. „Gesundheit“ ist weiblich – nicht nur als Wort, sondern auch in unserer Wahrnehmung: wir sehen viel mehr weibliche Benutzer unserer gesundheitsfördernden Dienstleistungen und Waren aus der Ayurveda-Medizin.

Wo bleiben die Männer? Wie sieht es mit der Selbstverantwortung zum Thema Gesundheit bei den Männern aus?

Viele Männer geben die Verantwortung für Gesundheit an ihre Partnerin ab. Die Männer, die sich um ihre Gesundheit kümmern, machen das oft über den Sport.

stirngussWenn wir beim Wortspiel bleiben und sagen, dass „die Gesundheit“ weiblich ist, dann ist „der Ayurveda“ männlich. In klischeehaften Bildern wird Ayurveda immer mit weiblichen Fotomotiven dargestellt.

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Historisch gesehen waren Lehre und Ausübung der Ayurveda-Medizin lange Zeit eine Domäne der Männer. Erst in den letzten Jahrzehnten haben sich sowohl in Indien als auch in Europa Studentinnen und Ärztinnen eine Mehrheit in der ehemaligen Männerdomäne erkämpft.

Vor allem außerhalb Indiens sind Frauen die Pioniere in der praktischen Anwendung des Ayurveda. Der Ayurveda hat jedoch auch für Männer viel zu bieten.

Ayurveda ist universal

Ayurveda ist der Ausdruck universaler Naturgesetze, die das Leben bestimmen. Wer in Einklang mit diesen Gesetzmäßigkeiten lebt, ist und bleibt gesund. Wer sie vernachlässigt, wird mehr und mehr Ungleichgewicht im Geist-Körper-System aufbauen, das sich in Krankheit, Leid und reduzierter Lebensdauer ausdrückt.

Jeder Mensch ist aufgefordert, selbst Verantwortung für Gesundheit zu übernehmen. Wir beobachten sehr oft, dass Männer – im Gegensatz zu Frauen – sich um ihre Gesundheit sehr wenig kümmern. Verantwortung für Gesundheit ist nicht delegierbar. In den klassischen Texten ist das so geregelt, dass der Arzt oder die Ärztin eine Diagnose und einen Behandlungsplan erstellt, der von Patient/in in Eigenverantwortung umzusetzen ist.

Drei Bereiche der Gesundheitsvorsorge

Dieser Behandlungsplan sieht Aktivitäten in drei Bereichen vor: Ahara (Ernährung), Vihara (Lebensstil) und Rasayana (präventive Medikation). Bei jeder ärztlichen Konsultation sollten Empfehlungen für diese drei Bereiche besprochen werden, die dann eigenverantwortlich umzusetzen sind. Jeder Mensch reagiert aufgrund seiner Zusammensetzung von Doshas (Vata, Pitta und Kapha) und Dhatus (Körpergeweben) unterschiedlich auf Belastungen, aber auch auf therapeutische Reize.

Körperintelligenz

Der Körper ist Ausdruck der Natur und verfügt über eine unvorstellbar hohe Intelligenz, die sich in den verschiedensten Regulationskreisen ausdrückt. Bei Fehlbelastung gibt der Körper sofort Signale, dass etwas nicht passt. Diese Signale drücken sich als Unwohlbefinden aus und können anfangs leicht übersehen oder ignoriert werden. Ständige Missachtung der Signale des Körpers führt unweigerlich im Lauf der Zeit zu ernsthaften Krankheiten.

Was diese Signale anbelangt, scheinen viele Männer weniger sensibel als Frauen zu sein. Männer sind laut Ayurveda im Durchschnitt „hitziger“ als Frauen und auch eher nach außen gerichtet. Diese Qualitäten begünstigen Verhaltensmuster, die die zarten Impulse des Körpers vernachlässigen. Das führt oft dazu, dass Männer erst in einem späteren Entwicklungsgrad einer Krankheit medizinischen Rat und Hilfe suchen.

Ayurveda und Prävention

Sowohl der Ayurveda als auch die moderne Medizin können sehr viel leisten, um entstandene Krankheiten zu behandeln. Das tiefe Anliegen des Maharishi AyurVeda ist es jedoch, Krankheiten gar nicht erst entstehen zu lassen. Das ist möglich, wenn regelmäßig präventive Maßnahmen aus den Bereichen Ahara (Ernährung), Vihara (Lebensstil) und Rasayana (präventive Medikation) durchgeführt werden.

Unser Anliegen ist es, auch Männer für diese hochwirksamen präventiven Maßnahmen zu gewinnen. Ein Leben, das von Gesundheit, Lebensfreude und Vitalität bis ins hohe Alter strotzt, ist der Lohn für die Umsetzung ayurvedischer Vorsorgemaßnahmen.

Ahara (Ernährung)

Dal_ReisViele Männer verzichten heutzutage auf ein warmes Mittagessen. Eine der wichtigsten ayurvedischen Ernährungsempfehlungen ist, die Hauptmahlzeit mittags zu sich zu nehmen. Wenn man das tut, bleibt man im Einklang mit dem Rhythmus des Verdauungsfeuers Agni.

Ein zufriedenstellendes Mittagessen führt auch dazu, dass man abends weniger isst. Das verbessert Schlaf und Regeneration in der Nacht.

Ein weiteres Phänomen bei Männern ist häufig zu schnelles Essen. Die Verdauung beginnt im Mund. Das ist der Grund, warum gutes Kauen und langsames Essen dazu führt, dass eine Mahlzeit besser verarbeitet werden kann und nach dem Essen weniger Müdigkeit entsteht.

Viele Verdauungsstörungen (Gastritis, Blähungen, unregelmäßiger Stuhlgang) können durch richtiges Würzen verhindert werden. Generell tendieren Männer dazu, zu viel Salz und zu viele scharfe Gewürze zu verwenden. Je nach führendem Dosha ist es wichtig, die passenden Geschmacksrichtungen zur Unterstützung des Verdauungssystems anzuwenden. Als Einstieg dazu eignen sich unsere Churnas (Vata, Pitta, Kapha) sehr gut.

Genussmittel

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Der Konsum von Alkohol und Kaffee ist bei Männern überproportional hoch. Alkohol wird in den klassischen ayurvedischen Texten als Genussmittel dargestellt, das bei gelegentlichem Gebrauch zu Heiterkeit und festlicher Stimmung beitragen kann. Alkohol sollte jedoch keineswegs täglich konsumiert werden, weil er die Bildung von Ojas, dem körpereigenen Fluidum für Vitalität und Immunität, empfindlich stört.

Der Konsum von Kaffee wird im Ayurveda ähnlich gesehen: seine anregende Wirkung auf Geist und Körper schafft bei gelegentlicher Anwendung Stunden von höherer Wachheit und Leistungsfähigkeit. Bei täglichem Konsum kann zu viel Unruhe im Geist-Körper-System entstehen, die eine wirkungsvolle Regeneration verhindert und den Alterungsprozess beschleunigt. Also gilt auch hier, dass gelegentlicher Kaffee-Genuss zur Lebensfreude beitragen kann, wenn nicht gerade Vata stark dominiert und Nervosität und Schlafstörungen resultieren.

Zusammenfassung

Der Ayurveda wird in Europa offensichtlich von Frauen schneller und früher angenommen als von Männern. Dennoch bietet der Ayurveda eine große Zahl von praktischen Gesundheitstipps, die speziell auch die männliche Gesundheit und Vitalität verbessern können. Diese Empfehlungen betreffen die Bereiche Ahara (Ernährung), Vihara (Lebensstil) und Rasayana (präventive Medikation).

Zu den wichtigsten Ernährungsempfehlungen zählen eine warme Hauptmahlzeit mittags und gutes Kauen, weiters ein Verzicht auf täglichen Konsum von Genussmitteln wie Alkohol und Kaffee.

Lesen Sie im Teil 2 mehr über ayurvedische Tipps für die richtige Sportausübung und über Rasayanas zur Stärkung der Männlichkeit.

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