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Ayurveda und Gedächtnis Teil 2

Physikalische Methoden zur Verbesserung von Gehirndurchblutung und Infektabwehr & Ausleitung von Toxinen durch Pancha Karma Anwendungen

Im letzten Newsletter haben wir Ihnen Tipps gegeben, wie Sie mit pflanzlichen Nahrungsergänzungen aus der Ayurveda Medizin Ihre Gedächtnisleistung unterstützen können. Der Ayurveda verlässt sich in seinen Ratschlägen, wie man geistig und körperlich fit und jung bleibt, nicht nur auf Heilpflanzen. Die klassischen Texte enthalten auch eine Reihe von physikalischen Anwendungen, die für ein gutes Gedächtnis nützlich sein sollen. Wenig überraschend handelt es sich dabei sehr häufig um Ölanwendungen.

Die Oberfläche des Kopfes ist voll von Reflexpunkten, die mit inneren Organen in Beziehung stehen. Mit jeder Berührung einer bestimmten Stelle des Kopfes kann man eine Wirkung im Körper auslösen. Besonders bekannt ist der Griff an die Schläfen, um Verspannungen im Kopf zu lösen, oder der Griff an die Stirnmitte bei intensivem Nachdenken. Die Hautflächen, die man dabei berührt, werden im Ayurveda als „Marmas“ bezeichnet. Das sind Areale an der Körperoberfläche, die an Kreuzungsstellen oder Konzentrationspunkten von Informationskanälen des Körpers liegen. Diese Kanäle werden als „Nadi“ bezeichnet und transportieren Energie (Prana) und Vitalstoffe (Ojas).

Sanftes Streichen – wirksamer als harter Druck

Marmas und Nadis sind hochsensible Organe. Werden sie sanft in eine bestimmte Richtung gestreichelt, entspannen Sie sich, und der Energiefluss verbessert sich. Werden sie mit starkem Druck oder Nadeln stimuliert, verkrampfen sie sich und der Energiefluss kommt zum Stillstand. 

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Die Anwendung von Kräuterölen zur sanften Massage von Marmapunkten wird in den klassischen Texten als eine Maßnahme empfohlen, die im Rahmen der Körperpflege täglich angewendet werden soll. Eine ayurvedische Ganzkörper-Ölmassage täglich durchzuführen, ist für die meisten Menschen aus zeitlichen Gründen nicht möglich. Teilanwendungen brauchen nur wenig Zeit und können leichter im Alltag untergebracht werden.

Marma-Anwendungen am Kopf

Um das Gedächtnis mit Marma-Anwendungen zu unterstützen, sind wenige Handgriffe nötig. Geben Sie ein bis zwei Tropfen Vata-, Pitta- oder Kapha-Massageöl auf den Mittelfinger der rechten Hand und machen Sie ca. 1-3cm große Kreisbewegungen am höchsten Punkt des Scheitels, danach am Mittelpunkt der Stirn mit jeweils 3-5 Umdrehungen. Das Gleiche mit beiden Mittelfingern an den Schläfen und an den Nasenflügeln, und zwar an dem Punkt wo das Nasenbein aufhört und der weiche Teil der Nase beginnt. Lassen Sie das Öl einige Minuten einwirken, bevor Sie es mit einem Kosmetiktuch wegwischen oder bei einer warmen Dusche abspülen. Diese Übung können Sie täglich morgens und/oder vor dem Schlafengehen praktizieren.

Kleines „Nasya“

Die Nase ist ein direkter Zugang zum Gehirn. Die Geruchsnerven, die in die Nase münden, sind eine Ausstülpung des Gehirns. Deswegen reagieren wir auf Gerüche auch so empfindlich. Substanzen, die in die Nase eingebracht werden, wirken über die Geruchsnerven direkt und ohne Umwege auf das Gehirn ein.

Im Ayurveda werden Heilpflanzen-Öle als wertvolle „Hirnnahrung“ angesehen. Diese Tatsache nützt man bei der sogenannten Nasya-Anwendung. Dabei werden bestimmte Öle an den Naseneingang gebracht und dann mit einer saugenden Einatem-Bewegung Richtung obere Nasenteile transportiert. Mit einem Tropfen Öl pro Nasenloch kann man das mehrmals täglich durchführen, am besten morgens und abends vor einer Dusche oder vor einer Mahlzeit. Das Öl sollte 1-2 Minuten nach dem Aufsaugen wieder ausgeschnäuzt werden.

Folgende Öle können verwendet werden: MP16 Öl (intensiv reinigend und klärend), MP4 Öl (pflegend und beruhigend), Ghee (kühlend und nährend)

Genauere Anleitung zur Durchführung des kleines Nasyas finden Sie hier: https://ayurvedaarzt.at/pratimarsha-nasya/

Großes „Nasya“

Im Rahmen von ayurvedischen Reinigungskuren wird der Körper nicht nur über den Darm, sondern auch über die Nasenschleimhäute entgiftet. Dabei wird nach einer intensiven Vorbereitungsbehandlung mit Kopf-, Nacken- und Schulter-Massage und einer Inhalation mit ätherischen Ölen das Nasenöl in wesentlich höherer Dosis und Intensität verabreicht. Patienten berichten, dass sie nach dieser Therapie einen besonders klaren und ruhigen Geist erleben.

Nasya-Behandlungen bei Pancha Karma Kuren werden zur Stärkung des Gedächtnisses, zur Behandlung von degenerativen Gehirnerkrankungen wie Parkinson oder MS, und bei chronischen Kopfschmerzen eingesetzt. Besonders wirkungsvoll ist diese Therapie bei chronischen Entzündungen der Nebenhöhlen, die auch oft zu Müdigkeit und dumpfem Geist führen.

Darm-Hirn-Achse

Lange bevor die moderne Medizin den Zusammenhang zwischen klarem Geist und einem gut funktionierenden Darm erkannt hat, wurden systematische Darmreinigungen zur Verbesserung von Gesundheit und Langlebigkeit im Ayurveda eingesetzt. Ein gut funktionierender Darm setzt Botenstoffe frei, die die Gehirnregeneration verbessern. Außerdem wird unsere Stimmung ganz wesentlich vom Darm beeinflusst. Ein gereizter Darm führt zu gereizten Emotionen, ein verstopfter Darm zu emotionalen Blockaden. Die Zusammensetzung der Darmflora und deren Auswirkung auf unsere Gesundheit ist eines der wichtigsten Forschungsgebiete der modernen Medizin.

Pancha Karma Reinigungskur

Der Kern der Pancha Karma Anwendungen ist die Darmreinigung. Dabei wird der Darm nicht nur mit viel Flüssigkeit durchgespült, sondern mit wertvollen Heilkräutern und Ölen gepflegt. Die Vorbereitungsbehandlungen für die Darmreinigung bestehen aus einzigartigen Ölmassagen, die idealerweise vierhändig von zwei TherapeutInnen durchgeführt werden. Durch diese synchronen Ganzkörperanwendungen werden praktisch alle Reflexpunkte an der Körperoberfläche stimuliert. Die Synchronität der Ölmassagen führt auch zu messbar besserer Übereinstimmung der beiden Gehirnhälften. Nach einer Pancha Karma Kur verschwinden viele körperliche Beschwerden wie von selbst, und die Erfahrung eines klaren Geistes wird am Ende einer Pancha Karma Kur als wichtigste Erfahrung wahrgenommen.

Regelmäßige Darmreinigung – wichtigste Vorsorgemaßnahme

Die klassischen Texte empfehlen, bei jedem Jahreszeitenwechsel eine Reinigungskur durchzuführen. Da aus Zeit- und Kostengründen für die wenigsten Menschen die Möglichkeit besteht, mehrmals im Jahr eine vollständige Pancha Karma Kur durchzuführen, sollten einfachere Reinigungskuren, die essenzielle Teile der Pancha Karma Kur enthalten, regelmäßig zuhause angewendet werden. Derartige Reinigungskuren bieten wir als ärztlich begleitete Kuren für zuhause in einem Webinar-Format an. Diese Webinare sind angepasst an die unterschiedlichen jahreszeitlichen Einflüsse der drei Doshas. Nutzen Sie die Möglichkeit, an diesen Webinaren teilzunehmen und dadurch Darm und Hirn mehrmals im Jahr fit zu machen.

 

In Teil 3 erfahren Sie mehr über die Wirkung von Meditation und Tiefenentspannung auf das Gedächtnis.

Teil 1 der Reihe „Ayurveda und Gedächtnis - Faktoren, die ein schlechtes Gedächtnis bewirken und pflanzliche Mittel für gutes Gedächtnis“ können Sie hier nachlesen

Tags: Gedächntnis

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