Pranayama, einer von acht Aspekten von Yoga

14.01.2022

Das Wort Yoga hat verschiedene Bedeutungen, u.a. Vereinigung und Stille. Mit dem Begriff Yoga wird traditionell ein Übungssystem bezeichnet, das den Kontakt oder die Verbindung zum individuellen Sein des Menschen, zu seinem Selbst herstellen soll. Darin enthalten sind nicht nur die im Westen bekannten Körperübungen (Asanas), sondern auch Anleitungen zu ethischem Verhalten und einer Lebensweise, bei der die Ausrichtung auf Selbstverwirklichung im Vordergrund steht. Yoga steht für Gesundheit, Glück und Erfüllung im Leben. Die spirituellen Ziele des Menschen zu erfüllen, sind der Weg und die Aufgabe von Yoga. Der gesundheitliche Aspekt von Meditation, Asanas und einer ethisch-moralischen Lebensweise ist dabei ein positives Nebenprodukt, das im Westen mehr in den Vordergrund gestellt wurde als die Spiritualität des Yoga. Beides ist nicht voneinander zu trennen. Die Geisteshaltung des Menschen, seine Ausrichtung und Art zu leben, nehmen unmittelbar Einfluss auf seine Physiologie, denn alle Bewusstseinsprozesse haben mentale, psychische und körperliche Entsprechungen.

Die Yoga-Sutren des Maharishi Patanjali

Das System des Yoga wurde von dem Weisen Maharishi Patanjali zusammengefasst, dem so genannten Yoga-Sutra. Patanjalis Lebensdaten sind nicht genau bekannt, er soll ca. 200 v. Chr. gelebt haben und er gilt als Begründer des Yoga-Systems. Die Essenz seiner Lehre sagt: Die Befreiung des Geistes aus den Fesseln von Raum und Zeit, die in eine innere Ruhe mündet, ist die notwendige Bedingung für die Schau der Wahrheit, die die Yoga-Sutren zu vermitteln trachten.

Ashtanga – die 8 Glieder des Yoga

Als praktische Anleitung zur Entwicklung höchster persönlicher Reife gibt Patanjali 8 Aspekte von Yoga an. Diese werden als „8 Glieder“ (=Ashtanga) bezeichnet. Fälschlicherweise werden diese 8 gleichberechtigten Glieder oft als Pfade zur Erleuchtung gelehrt, die nacheinander zu beschreiten sind.

Die 8 Glieder von Yoga sind:

  1. Yama (Ethik)
  2. Niyama (Lebensstil)
  3. Asana (Haltung)
  4. Pranayama (Atmung)
  5. Pratyahara (Rückzug der Sinne)
  6. Dharana (gezielter Gedankenfluss)
  7. Dhyana (Meditation)
  8. Samadhi (Stille)

Maharishi Mahesh Yogi, der Begründer der Transzendentalen Meditation, widersprach der These von den 8 Pfaden vehement. Er war überzeugt davon, dass sich alle 8 Glieder gleichzeitig in Richtung Vollkommenheit entwickeln, wenn man vor allem die Erfahrung von Stille regelmäßig übt.

In der Transzendentalen Meditation sind die Glieder 5 – 8 integriert. Als Vorbereitung zur Meditation und zur klaren Erfahrung von Stille sind Asana und Pranayama wertvolle Übungen. Asana und Pranayama sollten ebenso wie Transzendentale Meditation täglich geübt werden.

Wer die Glieder 3 – 8 regelmäßig anwendet, wird es auch leicht finden, die Empfehlungen von Yama und Niyama (Ethik und Lebensstil) umzusetzen.

Pranayama als Übung

Pranayama ist unter anderem deswegen so wichtig, weil es die Atemwege öffnet und frei macht. Ungehinderte Nasenatmung ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass ausreichend Prana im Körper aufgenommen und verteilt werden kann.

In den Schleimhäuten von Nase und Nasennebenhöhlen werden wichtige Botenstoffe gebildet, die nur dann im ganzen Körper verteilt werden, wenn die Atemluft durch die Nase aufgenommen wird. Bei Mundatmung, die viele Menschen wegen blockierter Atemwege anwenden, können diese lebenswichtigen Stoffe nicht gebildet und im Körper verteilt werden.

Einer dieser Botenstoffe ist Stickoxid (NO). Dieses in den Nasenschleimhäuten gebildete Gas erweitert die Blutgefäße, senkt den Blutdruck und hat eine keimtötende Wirkung. Mit Sicherheit ist NO ein wesentlicher Aspekt von Prana, der für gute Durchblutung und ein starkes Immunsystem sorgt.

Ayurveda und Prana

Zu den wichtigen Anwendungen im Ayurveda zählen Therapien, die die Atemwege befreien. Dazu gehören Heilkräuter wie Süßholz oder Basilikum (enthalten in unseren Monatsprodukten) und reinigende Anwendungen in der Nase (Nasya).

Durch die Anwendung von Schleimhaut-pflegenden Heilkräutern und Nasya werden die Atemwege nachhaltig von Blockaden befreit. Dadurch ergibt sich ein synergistischer Effekt von Pranayama mit den anderen 7 Gliedern des Yoga.

Zusammenfassung

Prana nährt Geist und Körper. Pranayama – das bewusste Aufnehmen von Prana über die Atemwege, ist eines von acht gleichwertigen Gliedern des Yoga. Regelmäßiges Üben von Pranayama unterstützt die Erfahrung von Stille in der Meditation.

Ayurveda trägt durch Heilkräuter und Nasya-Anwendungen dazu bei, dass die Atemwege frei sind und Pranayama ungehindert geübt werden kann.

 

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Tags: Yoga

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